…und wie war’s in
Rio?

5 Fragen an Clara & Fabian.
Reisebegleitung: Philine (4 Jahre) und Anton (1,5 Jahre).

Clara, ihr wart im Sommer 2015 für zwei Wochen in Rio. Wie seid ihr auf Rio gekommen?

Freunde von uns sind im Januar nach Rio gezogen und leben jetzt für die nächsten drei Jahre mit ihren Kindern in Urca am Rande des Zuckerhutes. Wir wollten sie in der Zeit sowieso besuchen und haben es noch genutzt, dass zumindest ein Kind unter 2 Jahren ist und wir für ihn zumindest nicht den vollen Flug zahlen mussten. Außerdem war es super, dass unsere Freunde sich schon so gut auskannten und wir uns um nichts kümmern mussten.

Wie wart ihr unterwegs und an wie vielen Orten habt ihr Halt gemacht?

Wir sind geflogen – hin elf Stunden tagsüber, zurück über Nacht.

Wir waren die meiste Zeit in Rio und haben uns dann noch für ein paar Tage ein Ferienhaus an der Küste ca. 1,5 h südlich von Rio in Grumari gemietet. Dafür haben wir uns ein Auto gemietet, das ist recht günstig und unkompliziert.

In Rio selber waren wir viel mit dem Taxi unterwegs – die sind ebenfalls günstig und überall zu bekommen. Die rumpeligen Busse gehen durchaus auch, wenn man weiß, welche Linie man benötigt, um ans Ziel zu kommen. Die Treppen sind allerdings recht steil, so dass man Hilfe mit dem Buggy benötigt.

…und, wie war´s?

Vorher denkt man: Was tut man sich da an? 16 Stunden lang zu reisen mit zwei kleinen Kindern – aber 1.: Der Flug ist nicht so schlimm und 2.: Das, was vor einem liegt, ist so schön, dass es sich auf jeden Fall lohnt. Alles fremd, alles neu, alles aufregend – und das beginnt sofort mit der 1-stündigen Fahrt vom Flughafen in die Stadt – vorbei an Favelas, durch das alte Zentrum, vor dir die Christus Statue und der Zuckerhut, neben dir die Bucht. Die Freundlichkeit der Brasilianer, die Stadt selbst und die Natur, in der sie liegt. Das gekühlte (Dosen-)bier oder eine Kokosnuss am weißen Strand, der Blick über die Stadt, die unterschiedliche Architektur…

Warum ist Rio für Eltern und für Kinder toll?

Brasilien ist das kinderfreundlichste Land, das ich kenne. Für Familien gibt es kein Warten an Schlangen – ob Museum, Gondelfahrt zum Zuckerhut – überall kommt man mit einem Buggy vorbei. Alle freuen sich über deine Kinder, machen Komplimente; das ist so ein enormer Unterschied zu Deutschland – man hat den gesamten Tag gute Laune.

In Rio gibt es außerdem so viel zu sehen und zu entdecken: man hat ständig einen Wahnsinns-Blick, auf dem Zuckerhut laufen kleine Affen um einen herum, im Museum für Naive Kunst (ja, naive Kunst), bekommen Kinder Stift und Papier und können selbst malen, an jeder Ecke gibt es frisch gepresste Säfte oder Kokosnüsse. Es gibt so viele Verkehrsmittel, die auch Kindern Spaß machen: Gondel, Straßenbahn über das Aquädukt nach St. Teresa, Schiff/Fähre zum Niemeyer Museum oder einfach den ruckeligen Bus nehmen, mein Sohn ist da immer sofort eingeschlafen – super zur Mittagsschlaf-Zeit.

Gibt es etwas zu beachten?

Mücken. Den Einen erwischt es mehr, den Anderen weniger. Meine Tochter hatte unzählige Mückenstiche, mein Sohn keinen einzigen. In jedem Fall Mückenschutz und Moskitonetz mitnehmen.

Der (öffentliche) Verkehr ist am Anfang schwierig zu durchschauen. Ich hatte den großen Vorteil, bei Freunden zu wohnen, die Rio und Brasilien schon kennen, so dass ich beispielsweise im Bus nicht darauf achten musste, wo ich aussteigen muss. Das ist im ersten Moment eher unübersichtlich, aber Taxen sind vgl. günstig.

Tipps

UNTERKUNFT

Sensationelles Ferienhaus in Grumari für zwei Familien / noch ein großes Haus direkt am Strand / sehr nette, extrem familienfreundliche kleine Pousada / weitere, versteckt gelegene kleine Pousada in St. Teresa. Dort oben weht meistens eine angenehme Brise, der Blick über die Stadt ist schön und man ist dank der sternförmigen Straßenabordnung schnell überall. Es gibt einen großen Pool an einer alten französischen Villa und der Besitzer ist ein wahnsinnig netter, hilfsbereiter Brasilaner, der lange in Deutschland als Kameramann gearbeitet hat. / Teresopolis: Sehr schöne Villa in den Bergen mit Pool, tollem Essen und nettem Besitzer (man kann einzelne Zimmer mieten) / Die Insel Ilha Grande, 160 km westlich vor  Rio gelegen, ist wirklich einen Ausflug wert. Es gibt einen Shuttle, der einen direkt von der Haustür abholt (easytransfer)

ESSEN

La Bicyclette am  botanischen Garten. Ein reizendes, französisch inspiriertes Cafe fernab des Verkehrs mit guten Sandwiches und Maltisch. und fernab des Verkehrs / Aprazivel. Gehobene, moderne brasilianische Küche in St. Teresa mit sensationeller Aussicht. Am Wochenende gibt es tagsüber einen großen Spielbereich. Reservieren! / Cafeteria do Colombo im Forte do Copacabana. Das Frühstücksangebot könnte so auch in einem deutschen Kurort serviert werden, aber die Aussicht (auf die Copacabana Bucht) ist sicher besser als im Kurort. Es gibt keine Autos, insofern Platz zum herum rennen und zum anschauen gibt es Surfer und alte Kanonen. / Das Restaurant an der Praia Vermelha (weißes Militärfort). Solide braslianische Hausmannskost, toller Blick, direkt am Strand und es gibt Platz für Kinder. / Julius Brasserie in Urca. Keine spezifische Kinderempfehlung, einfach nur sehr leckerer Mittagstisch mit hervorragendem Preis-/Leistungsniveau. / Zaza Bistro in Ipanema. Im ersten Stock zieht man die Schuhe aus und alle Tische sind kniehoch. Speziell für Kinder im Krabbelalter zu empfeheln. Das Essen ist auch gut, asiatisch angehaucht. / Wenn man ein Auto hat, ist die Taberna do Darwin hinter Niteroi auch ein super Ausflugsziel. Eine ganz einfache versteckte Hütte mit einer Terrasse im Wald; wurde schon oft in der New York Times gelobt. / Die Eisdiele Officina del Gelato in Copacabana hat das beste Eis der Stadt.

AUSFLÜGE

Der Zuckerhut ist sowohl Klassiker als auch ein Muss. Die Fahrt mit der Gondel macht Spaß, mit Kind muss man nicht eoinmal anstehen und man bekommt eine ganz gute erste Orientierung. // Parks sind bei der Hitze immer eine gute Idee: Der botanische Garten ist groß und schön und hat einen schattigen Spielplatz. / Der Parque Lage ist klein und schön und hat ein Restaurant in einem verwunschenen, schlossähnlichem Gebäude der Kunstuni mit Pool in der Mitte (nicht zum Schwimmen leider)./ Der Catete Park hat Enten, ebenfalls ein Cafe, große Palmen und einen schönen Spielplatz mit Plastik-Kletter-Tunneln./ Die Pista Claudio Catunho geht an der Praia Vermelha los und ist ein betonierter Weg, der sich 2km an der Steilküste im Dschungel entlang schlängelt. Schöne Blicke, buggy-tauglich und nahezu affensicher. / Der Parque Chacrinha, etwas versteckt in Copacabana, ist schattig und sehr nett. // Strand und Schwimmen: Der Praia Vermelha ist vom Gesamtsetting eigentlich der schönste Strand, allerdings ist der Sand ein bisschen dreckig. / Leme ist das etwas ruhigere Ende der Copacabana und ganz am Ende bei den Felsen sind die Wellen nicht so krass. / In Ipanema gibt es einen kleinen Spielplatz am Strand für ganz Kleine (Baixo Bebe) und das Wasser ist meistens sehr klar (allerdings mit starker Strömung). / In Sao Conrado kann man den Drachenfliegern beim Landen zugucken. / Als Tagesausflüge sind die naturbelassenen Strände bei Prainha und Praia da Itacotiara (Niteroi) sehr schön. // Museen: auch eine gute Idee, weil klimatisiert, oft umsonst und meistens schön gemacht. Zum Beispiel das Instituto Morreira Salles (Fotomuseum in einer 60er Jahre Villa) / Museo de Amanha (inhaltlich geht so, aber tolle Architektur und viel audiovisuelles Spektakel), das Museo do Arte Naif ist für Kinder toll (z.B. riesige Rio-Wimmelbilder).// SonstigesDie alte Pferderennbahn in Gavea ist wunderschön, hat ziemlich oft Rennen, ist meistens leer und kostet keinen Eintritt. / Planterium Gavea, eher für größere Kinder ist.