…und wie war’s in
Kolumbien?

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 Fragen an Louisa & Caspar
Reisebegleitung: Kari (20 Monate).

Louisa, im Winter 2016/17 wart ihr mit eurem Sohn Kari für fünf Wochen in Kolumbien. Wie seid ihr auf Kolumbien als Reiseziel gekommen?

Ich war vor sieben Jahren schon einmal alleine dort und ich war damals schon sehr begeistert. Besonders die vielseitige Landschaft, die Kultur und die überaus freundlichen Menschen haben es mir angetan. Zudem ist es noch nicht so touristisch, was sicher damit zu tun hat, dass viele Menschen Kolumbien als ein sehr unsicheres Reisziel abgespeichert haben. Aber das hat sich längst verändert.

Wie wart ihr unterwegs und an wie vielen Orten habt ihr Halt gemacht?

Wir sind innerhalb Kolumbiens ein paar Mal geflogen und waren an sehr unterschiedlichen Orten; u.a. im Dschungel, auf der Karibikinsel San Andres, in Medellin in den Bergen, Cartagena, Santa Marta und am Stausee Peñol – Guatapé. Vor Ort sind wir viel mit Bussen oder Motorad-Taxis unterwegs gewesen. Grundsätzlich kann man sagen, dass man in Kolumbien sehr unkompliziert, einigermaßen komfortabel und vor allem günstig voran kommt.

 
 
 
 
 
 

…und, wie war´s?

Es war großartig. Wir waren in den fünf Wochen hauptsächlich in der Natur, haben in kleinen Hütten gewohnt und sind viel am Meer gewesen. Entlang der langen, karibischen Küste kann man sehr gut essen (allen voran frischen Fisch), es gibt gute und günstige Hotels und viele Transportmöglichkeiten.

Die Berge und die Nationalparks sind aber genauso eindrucksvoll wie das Meer und die Strände. Das Land hat so viele Gesichter – selten hatte ich auf einer fünwöchigen Reise so viele unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse.

Leider haben wir einen Großteil des Landes noch nicht gesehen, deshalb werden wir auf jeden Fall wieder nach Kolumbien reisen. Tatsächlich überlegen wir sogar, ein- oder zwei Jahre nach Medellin zu ziehen. Der Slogan der Kolumbischen Tourismusbranche “Colombia, the only risk is wanting to stay”, trifft also auf uns voll zu.

Vor diesem Interview hast Du mir einmal geschrieben, dass Kolumbien das beste Land sei, das Du je bereist hast. Was macht das Land so besonders?

Anders als in anderen südamerikanischen Ländern ist Kolumbien sehr sauber. Es liegt kaum Müll herum, die Menschen achten sehr auf ihr Land. Der Umgang der Kolumbianer untereinander, aber auch mit Fremden kam uns viel freundlicher und offener vor, als wir es auf anderen Reisen erlebt haben. Wir hatten auch so gut wie nie das Gefühl, über´s Ohr gehauen zu werden. Natürlich wird gehandelt, aber sehr fair.

Nach den langen Jahren des Bürgerkriegs reisen die Kolumbianer nun viel durch ihr Land und sind stolz auf die Diversität und die unterschiedlichen Kulturen und Gegenden. Ausser der tollen Landschaft gibt es zudem einen hohen kulturellen Standard – viel Kunst,  Museen, Festivals etc.

Die karibische Küste ist gesäumt von tollen Stränden, Nationalparks und wunderschön restaurierten Kolonialstädten. In Medellin fühlt man sich wie in Berlin – viele tolle Bars und Restaurants, Cafes und Läden, ein wachsende Start-Up Szene mit Menschen aus aller Welt. Und das Ganze mitten in den Bergen bei konstanten 27 Grad. Außerdem ist es sehr grün, zwischen den Straßen ziehen sich regelrechte Dschungel durch die Stadt.

Einzig Spielplätze und breite Gehsteige sucht man leider vergebens, was manchmal mühsam sein kann. Dafür ist man sehr schnell auf dem Land und in einer Stunde Flug wieder am Strand. Die Menschen sind unglaublich kinderlieb, sie sprechen die Kinder an, spielen mit ihnen und man wird ganz oft eingeladen.

Gibt es etwas beachten?

Ein paar Wörter Spanisch sind sicher sinnvoll, denn nur wenige Menschen sprechen Englisch. Aber auch ohne Spanischkenntisse geht es sehr gut, man unterhält sich dann eben mit Händen und Füssen. Die Kolumbianer sind sehr geduldig und hilfsbereit.

Bogota ist etwas kühler und wir würden sagen, man muss es nicht unbedingt gesehen haben muss. Das Umland ist aber sehr schön.

An entlegene Orte kommt man manchmal nur mit dem Motorad-Taxi, d.h. man wird auf einem einfachen Motorrad mitgenommen. Ohne Helm natürlich. Auch Kindersitze oder gar Gurte kann man sich abschminken, aber dafür fahren die meisten Kolumbianer sehr ordentlich.

Wir waren auf der Insel San Andres, was sehr schön war, aber wenn man die Zeit hat, sollte man weiter nach Providencia fahren.

In Kolumbien gibt es Zyka – allerdings haben wir die Mücken als nicht so aggressiv empfunden und eincremen reicht völlig aus. Schwanger sollte man allerdings nicht dorthin fahren.

Um die Weihnachts/Sylvesterzeit ist High-Season.

Tipps

AUSFLÜGE

El Retiro: kleiner Ort außerhalb von Medellin / El Penol besuchen (zwei Stunden ausserhalb von Medellin) und eine Nacht in Guttape verbringen / In Medellin mit der Seilbahn (Metrocable) fahren. / Von Santa Marta aus an den Strand Bahia Concha fahren und an das ruhige Ende laufen. /
In Palomino mit Gummireifen den sehr ruhigen Fluss hinunter fahren. Der Aufstieg ist ein bisschen mühsam aber der Ausblick lohnt sich. Kleine Kinder können super auf dem Schoss sitzen. Achtung: nur Dinge mitnehmen, die auch nass werden können! / In Medellin im Stadtteil Poblado wohnen / Cabo de la Vela: Tagestripp für Abenteuerlustige, die auch mal in der Hängematte schlafen.

UNTERKÜNFTE

EL Matuy (der tollste Ort mit kleinen Kindern) / Villa Mariehill:  tolle Gastgeberin und Yogaleherin, unbedingt nach einer Stunde fragen. Großer Garten. / Reserve Caoba: kleine Hütten inmitten eines Naturreservats, tolle Wanderungen zu Wasserfällen. Überall Tiere und Pflanzen, großartiges Essen / Casa Baluarte: sehr schönes und günstiges Hotel in Cartagena, nahe der Innenstadt. Viel Platz für Kinder zu herumtoben / Isla de Piratas:  nicht als Daytrip aber mit Übernachtung toll (Rundfahrt kann man sich allerdings sparen)

 

SONSTIGES

Essen: Andres Carne de Res (legendäres Restaurant ausserhalb von Bogota) / Pezetarian Cartagena / Viel Ceviche essen!

Weitere Tipps: Malteser International hat ein paar sehr gute Projekte in Kolumbien. Anstatt Bettlern (die es kaum gibt) Geld zu geben, was die Entwicklung eines Landes immer schlecht beeinflusst, finde ich es immer gut an Projekte zu spenden.

Das Reisebett/Zelt Deryan Travel-cot kann ich sehr empfehlen. Es schütz vor Mücken und man kann es auch mal am Strand oder im Restaurant aufschlagen.