…und wie war’s in den
USA?

 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 Fragen an Wibke, die mit
Mann & Tochter (1/2 Jahr) durch den Südwesten der USA gefahren ist.

Wibke, ihr seid im Frühjahr 2017 mit eurem erst 6 Monate jungem Baby für zwei Monate auf Roadtrip in den USA gewesen. Wie seid ihr auf die USA gekommen und wie verliefen eure Vorbereitungen?

Da unser Reise-Mädchen zum Beginn unseres Roadtrips noch recht jung war, wollten wir in ein Land mit guter medizinischer Versorgung reisen. Normalerweise sind wir nicht änglichst und wir gehen immer davon aus, dass schon alles gut gehen wird. Da diese Reise jedoch unsere erste mit Baby war, wollten wir hier auf Nummer Sicher gehen.

Die Vorbereitungen für die Reise in die USA liefen eher spontan. Schon in der Schwangerschaft war uns schnell klar, dass wir gerne zwei Monate gemeinsame Elternzeit zum Reisen nutzen würden. Geplant haben wir aber erst einmal nichts, denn wir wollten abwarten, was für ein Mensch unsere Tochter ist und ob wir nach einigen gemeinsamen Monaten das Gefühl haben, dass auch ihr so eine Reise gut tun würde.

Vorab gebucht haben wir dann die Flüge, einen Mietwagen sowie die Unterkunft für die ersten drei Nächte in Los Angeles. Außerdem haben wir uns überlegt, was wir in den USA gerne sehen und erleben würden. Die Punkte haben wir in einer Karte eingetragen und diese dann zu unserer groben Route verbunden. Während der Reise haben wir die Unterkünfte meistens ungefähr eine Woche im Voraus gebucht. So hatten wir noch genug Flexibilität, um die Reise unseren Bedürfnissen sowie den Wetterbedingungen anzupassen und konnten gleichzeitig sicher sein, immer ein Bett für die Nacht zu haben.

Wie wart ihr unterwegs und an wie vielen Orten habt ihr Halt gemacht ?

Wir sind mit einem Mietwagen durch den Südwesten der USA gefahren. Übernachtet haben wir hauptsächlich in Motels; dazwischen auch mal in einem Hotel oder privat über AirBnB. In den einzelnen Unterkünften sind wir zwischen ein und drei Nächten geblieben. Insgesamt haben wir über 25 Stationen gemacht.

Immer unterwegs zu sein war teilweise schon etwas anstrengend, aber es gab einfach so viele Nationalparks und andere Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt besuchen wollten. Da musste ein straffes Programm her.

…und, wie war’s?

Super! Wir würden unsere Elternzeitreise immer wieder genauso machen.

Eigentlich wollte ich nie in die USA und wir haben das Ziel nur wegen unserem Reise-Baby gewählt. Aber schon bei der Recherche für die Reise waren wir begeistert, wie viele und vor allem wie unterschiedliche Naturschönheiten es in Amerika auf relativ kleinem Raum zu erkunden gibt. Die Erlebnisse während unseres Roadtrips haben unsere Erwartungen dann noch übertroffen. Es verging kaum ein Tag, an dem wir nicht irgendetwas Beeindruckendes gesehen haben.

Unser Schwerpunkt lag auf der Natur und kleinen sowie ein paar größeren Wanderungen. Natürlich haben wir auch die großen Städte – Los Angeles, Las Vegas und San Francisco – besichtigt und dort viel Tolles erlebt. Entspannter und noch schöner fanden wir es aber zwischen den verschiedensten Felsen, auf Bergen, in Canyons, im Wald und am Meer.

Schon unsere erste Station, der Joshua Tree Nationalpark, war ein wirkliches Highlight. Die Joschua-Bäume sehen einfach zu witzig aus und das Wetter überraschte uns mit strahlend blauem Himmel und richtig heißen Temperaturen (obwohl es erst Anfang März war). Über ein Stück der Route 66 ging es nach Sedona. Die Gegend ist für ihre roten Felsen bekannt und ein wunderschönes Wanderparadies. Wahrscheinlich waren meine Erwartungen dann so hoch, dass ich vom Grand Canyon erst einmal etwas enttäuscht war. Am zweiten Tag bei unserer Wanderung in die große Schlucht packte mich die Begeisterung für das Naturwunder dann aber doch noch. Weiter ging es nach Page, wo wir einen unserer längsten Stopps machten. Hier besuchten wir mehrfach ein Highlight des Mannes: den Horseshoe Bend. Außerdem ging es in den Antelope Canyon, wir machten verschiedene Wanderungen und picknickten am Lake Powell. Die Region ist wirklich wunderschön und sehr abwechslungsreich.

Danach folgten einige Nationalparks, in denen wir jeweils mehrere Tage verbrachten: Der Arches Nationalpark (eines unserer Highlights), der Capitol Reef und der Zion Nationalpark sowie der Bryce Canyon (auch absolut beeindruckend). Dazwischen machten wir an kleineren Parks auf dem Weg Stopp. Inzwischen war es in den höheren Lagen empfindlich kalt geworden. Teilweise waren Wanderwege und Straßen verschneit und das Vorankommen nicht immer einfach. Umso mehr freuten wir uns wieder in wärmere Regionen zu kommen und in Las Vegas und dem Death Valley bekamen wir die erhoffte Hitze zu spüren. Danach führte unsere Route allerdings in nördliche Richtung sowie in höhere Lagen und die ersten Problem ließen nicht lange auf sich warten: Gesperrte Straßen wegen Sturm, gesperrte Nationalparks aufgrund von Schnee und Eis und plötzlich mitten im Nirgendwo die Info, dass wir ohne Schneeketten überhaupt nicht mehr weiterfahren dürfen. Nach der ersten Aufregung hatten wir aber in fast allen Fällen Glück. Den Sequioa und Kings Canyon Nationalpark durften ein bzw. zwei Tage später doch noch besuchen, Teile des Yosemite Nationalparks waren geöffnet und die Straßensperre wurde nach einigen Minuten plötzlich aufgehoben, so dass wir einfach schnell weitergefahren sind (zu den aus unserer Sicht teilweise etwas merkwürdigen Besonderheiten auf amerikanischen Straßen haben wir einen eigenen Artikel geschrieben.

Wieder an der Küste wurde das Wetter dann besser. Etwas nördlich von San Francisco starteten wir gemütlich auf dem Highway 1 in Richtung Los Angeles. Leider konnten wir die berühmte Straße nicht durchgehend befahren, da Teile durch Erdrutsche zerstört waren. Trotz großer Umwege durch das Landesinnere war dieser letzte Teil unseres Roadtrips noch einmal wunderschön. Auch wenn ich mich auf das Meer mit am meisten gefreut hatte, so muss ich im Nachhinein jedoch sagen, dass wir von den Nationalparks in Utah noch deutlich mehr begeistert waren.

Welchen Ort sollte man auf keinen Fall verpassen?

Bei so vielen tollen Spots ist es wirklich schwer, nur einen einzigen herauszuheben. Wenn der Mann und ich uns auf einen einigen müssten, so wäre das der Bryce Canyon Nationalpark. Die Hoodoos dort (super witzige Felsen) sehen einfach so unwirklich aus. Es lohnt sich, extra bei Sonnenaufgang zu diesen zu fahren und auch zumindest eine kleine Wanderung zwischen die Felsen sollte man unbedingt in Angriff nehmen – und das Naturspektakel nicht nur vom oberen Rand aus anschauen.

Wer länger in San Francisco ist, dem empfehlen wir über einen Besuch des Point Reyes National Seashore nachzudenken. Der Park liegt nicht allzu weit von der Stadt entfernt und ist einfach wunderschön. Wir waren an einem sehr nebligen Tag dort, was zu einer ganz besonderen Stimmung beigetragen hat. Neben schöner Natur kann man verschiedenste Tiere wie Hirsche, See-Elefanten und mit etwas Glück zur richtigen Jahreszeit auch Wale beobachten.

Würdest Du die Reise mit so kleinem Baby noch einmal machen bzw. würdest Du etwas anders machen? Was sollte man beachten?

Unser Reise-Mädchen war während unseres Roadtrips sechs bis acht Monate alt. Das war ein perfekter Zeitpunkt. Mit einem Baby das jünger als vier Monaten ist würde ich keine so große Reise machen wollen und wenn die Kleinen älter werden, dann wird das Reisen komplizierter. So konnte unser Baby zum Beispiel erst gegen Ende der Reise krabbeln und ihr reichte die meiste Zeit schon ein kleiner Platz zum Strampeln und Spielen. Dadurch, dass sie selbst noch nicht mobil war, fand sie es toll, von uns viel in der Babytrage durch die Gegend getragen zu werden. Ab dem Zeitpunkt, wo sie krabbeln oder sogar laufen konnte, wollte sie viel mehr auf eigene Faust entdecken. Reisen müssen dann immer mehr auf das Kind ausgerichtet werden.

Solange sie ganz klein sind, finden die Babys es einfach toll, ganz viel Zeit nah bei Papa und Mama sein zu dürfen. Als Eltern kann man so auch noch einiges unternehmen und anschauen. Trotzdem muss das Reisen natürlich dem Baby angepasst werden. Für uns hat sich durch das Reise-Mädchen am meisten das Tempo geändert, in dem wir unterwegs waren. So sind wir immer nur ganz kurze Etappen mit dem Auto gefahren, haben viele und lange Pausen eingeplant. Auch bei Stadtbesichtigungen und in den Nationalparks haben wir zahlreiche Pausen zum Stillen/Füttern und Wickeln gemacht. Mein Tipp: Immer eine Picknickdecke dabei haben, dann kann sich das Baby fast überall ein bisschen bewegen und spielen.

Tipps

UNTERKUNFT

Da unser Baby ja noch so klein war und einfach bei uns im Bett geschlafen hat und wir in den Unterkünften auch nur zum Schlafen waren, haben wir bei der Wahl der Motels nicht auf Kinderfreundlichkeit etc. geachtet. Ein Hotel mit Traumblick auf San Francisco möchte ich aber empfehlen: Das Holiday Inn Golden Gateway. Mehr über unsere Aufenthalt dort gibt es hier.

ESSEN

Bei den Restaurants war es ähnlich: wir können wenig empfehlen weil wir fast immer auf dem Zimmer etwas kleines gegessen oder gepicknickt haben, denn Restaurants fanden wir mit mit Baby eher unentspannt. Aber ein Muss in Kalifornien ist der In-N-Out Burger.