…und wie war’s in
Albanien?

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

5 Fragen an Lina & Axel.
Reisebegleitung: Klara (14 Jahre) und Golda (1,5 Jahre).

Lina, ihr wart im Sommer 2015 für 2 Wochen in Albanien. Wie seid ihr auf Albanien gekommen?

Beim Googeln nach irgendetwas ganz anderem war unter den Treffern meiner Bildersuche das Foto einer auffallend schönen Landschaft. Schön genug, dass ich das Vorschaubild vergrößerte und rausfinden wollte, wo es aufgenommen wurde. Das Ergebnis: Albanien.

Albanien? Was und wo war das denn noch mal? Spontane Assoziationen, oder nennen wir sie ehrlicherweise gleich Vorurteile: Kosovo-Krieg, irgendein Fußball-Länderspiel-Trauma, Pizzeria-Besitzer, die sich als Italiener ausgeben.

Nächster Rechercheschritt Google Maps: Albanien liegt in Südosteuropa, grenzt im Süden an Griechenland und hat ein paar hundert Kilometer Küste am Ionischen Meer gegenüber von Süditalien. Aber hallo! Griechenland. Italien. Zwei Länder, die auf Grund ihres Klimas und ihrer Landschaft zurecht zu den dienstältesten Urlaubsdestinationen Europas gehören.

Wie wart ihr unterwegs und an wie vielen Orten habt ihr Halt gemacht?

In  Albanien waren wir mit unserem eigenen Auto unterwegs. Die Kinder und ich sind allerdings nach Tirana geflogen, während Axel mit dem Auto durch halb Europa gefahren ist, um uns dort am Flughafen abzuholen. Man könnte auch nach Griechenland (Cos) fliegen und dann mit der Fähre kommen, das ist etwas günstiger als direkt nach Tirana zu fliegen.  

Wir haben an mehreren Orten haltgemacht, die besten waren:

  • das Valbona Tal
    Ein atemberaubendes Tal, zu beiden Seiten bewaldete Hänge, die steil ansteigen und in gewaltige Berge mit verschneiten Gipfeln übergehen. 
Um zu verstehen, wie schön dieses Tal ist, eine kleine Anekdote:
    Catherine, eine Amerikanerin, die ihren Buchladen in New York aufgegeben hat, um in Valbona ein Guesthouse aufzumachen, haben wir gefragt, warum sie ausgerechnet nach Valbona gezogen ist. Ihre Antwort: „This is it.“
  • Ohridsee/ Lin
    Um in das süße Dörfchen Lin am Ohridsee zu kommen, mussten wir erst einmal 400 Kilometer auf der Strasse zurücklegen: raus aus Albanien und dann über den Kososvo und Mazedonien wieder rein nach Albanien. Aufregend und etwas anstrengend, aber es lohnt sich! Als wir in der Abenddämmerung ankamen, war das Dörfchen in heller Aufregung, besonders die Kinder. Wir wurden herzlich aufgenommen und verbachten zwei wunderschöne Tage in Lin. Bei unserere Abreise kannten wir fast alle Dorfbewohner und zum Abschied kamen alle aus Ihren Häuschen um zu winken. Die Kinder schleppten noch einmal die kleinen Kätzchen an, für eine letzte Streichelrunde.
  • Dhermi und Himare
    Die beiden Orte liegen im Süden von Albanien am smaragdgrünen Meer und sind ca. 15 Kilometer voneinander entfernt. Hier lassen wir unsere Urlaub ausklingen. Zu finden sind wir entweder am fast menschenleeren Strand oder bei unserem Gastgeber Alexi, der uns mit frischem Fisch und Meeresfrüchten versorgt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

…und, wie war´s?

Ganz woanders ist Albanien wie oben erwähnt schon mal nicht. Sondern in einer Entfernung, die ziemlich genau der von Mallorca entspricht. Das Land ist so klein wie Brandenburg. Aber auch auf die Gefahr hin, den Brandenburgern auf die Füße zu treten, muss man sagen, dass ihre Heimat in vielerlei Hinsicht nicht mit der Heimat von Mutter Theresa mithalten kann. Wir haben es in zwei Wochen locker per Zug, Fähre, Taxi, Bus, Esel und mit dem eigenen Auto von einsamen Hochgebirgsdörfern zu ebenso abgelegenen Meeresbuchten geschafft. Wir durften erleben, wie stolz es die Einheimischen dieses armen Landes gemacht hat, den Besuchern aus dem reichen Land Gastgeber zu sein. Nicht, dass sie darin besonders viel Übung hatten. Es war einfach in ihnen, uns dermaßen offen, warmherzig und großzügig zu begegnen, dass wir es manchmal kaum fassen konnten. Wildfremde haben uns in Privaträume zum Tee gebeten, in Restaurants heimlich unsere Rechnung übernommen, beschenkt, angelacht, angesprochen, auf Facebook geadded.

Und wer hätte gedacht, dass man den aktuellen Unterschied zwischen politischem und geografischen Europa am Geschmack erkennt? Es dauerte eine Weile bis uns dämmerte, warum das Essen im gesamten Land ebenso schnörkellos und einfach wie auffallend gut war: Als Nichtmitglied des Handelsraums EU ist Albanien offenbar noch nicht Teil der großen Vertriebswege der europäischen und globalen Lebensmittelindustrie.

Warum ist Albanien für Eltern und für Kinder toll?

Wie schon gesagt ist Albanien nicht sehr groß, das heisst, dass man dort schnell und einfach von einem Ort zum anderen kommt und man sehr viele verschiedene Orte sehen kann. Das ist für Eltern und für Kinder toll.

Außerdem zählt Albanien zu den artenreichsten Regionen Europas und es vergeht fast kein Tag, an dem wir nicht irgendwelche Baby- oder Jungtiere entdeckt haben oder streicheln konnten. Für die Kinder waren die vielen Tiere immer wieder ein Highlight.

Gibt es etwas beachten?

Das Beste ist Campen oder Zelten in Albanien. Das darf man überall und man bekommt von den Einheimischen sicher alles, was man so braucht: Essen, eine warme Dusche oder gewaschene Wäsche. Einfach nur fragen, die Leute sind sehr hilfsbereit.

Die Standards sind ansonsten nicht die europäischen. Menschen, die sich bei Unterkünften an Sternen orientieren, sollten nicht zuviel erwarten.

Juli und August ist in Albanien Urlaubszeit und die Strände sind voller albanischer Touristen, den Rest des Jahres braucht man nirgendwo etwas vorzubuchen.

Tipps

ALLGEMEIN

Die Seite Albanientrip von Elton, Gjergji und Vilma sollte man checken. Mit viel Liebe zu Ihrem Land, und um Kultur und Natur zu erhalten, etablieren sie einen nachhaltigen Tourismus in Albanien. Sie haben auch eine gute Unterkunft in Tirana. / Auf der Webseite “Journey to Valbona” fasst Catherine Bohne alles zusammen, was für eine Reise nach Valbonba interessant ist: wie man dort hin kommt, wo man übernachten und was man erleben kann.

UNTERKÜNFTE

Hotel Likoka: Hotel direkt am Strand, hat man von September bis Ende Juni fast für sich alleine.
Im Juli und August ist in Himare richtig was los. Übernachtung ca 15€. / Agavia Village, Porto Palermo / Himara. Das einzige „Hotel“ am Ort. Unser Lieblingsort an der Küste. Ca. 30€. Auch auf Facebook. / LLogara Tourist Village: „Das Hotel mit den Rehen“ Die zahmen Tiere aus Dänemark sind schon eine Sehenswürdigkeit, vor allem für Kinder. Ca. 60€

SONSTIGES

Um noch mehr Eindrücke von Albanien zu bekommen, googelt mal: Berat, Syri Kalter, Dhermi, Valbona, Gjirokastra, Ohridsee, Llogarapass. /
Hotel-und Unterkunftsrecherche für Albanien funktioniert auf Facebook ganz gut.