Moroccan Moments

Zuerst wollte Kerstin nach Italien oder Frankreich. Dann ist sie doch mit Mann und Kind durch Marokko gefahren. Über 4000 km in 4 Wochen.

Kerstin, inwiefern hast Du die Reise anders erlebt als Eure Reisen früher als Paar zu zweit?

Anders war vor allem, dass alles Planbare wegfiel. Es war immer ein bisschen „Trial and Error“. Man tastet sich so vor und schaut, wie das Kind auf die ganzen Eindrücke reagiert. Beim Reisen mit Kleinkind muss man sich also auf jeden Fall darauf einstellen, dass das Kind den Takt vorgibt.

Was denkst Du nimmt Feli von der Reise mit? 

Auf Reisen ist es natürlich immer toll, dass man so viel mehr Zeit hat als im Alltag zu Hause. Wir konnten uns einfach auf Feli und uns als Familie viel intensiver konzentrieren.

Außerdem war Feli während der Reise bei so vielen unterschiedlichen Menschen auf dem Arm. In jedem Restaurant kamen früher oder später Einheimische oder Personal und haben mit Feli gespielt. Sie fand das immer ganz lustig und wir konnten entspannt essen.

„Die viele unterschiedlichen Menschen und die Intensität haben Feld sicher geprägt“

Habt Ihr andere Eltern mit kleinen Kindern getroffen?

Es waren schon viele junge Familien unterwegs, teilweise sogar mit noch kleineren Kindern. Ich kann mir schon vorstellen, dass Marokko ein beliebtes Ziel für Familien, zum Beispiel in Elternzeit geworden ist. Marokko ist impftechnisch nicht so kritisch, der Flug ist nicht so lang und das Klima ist babyfreundlich.

Wie war das Klima zu Eurer Reisezeit?

Es waren angenehme Reisetemperaturen. Wir waren kurz vor der Hauptreisezeit dort, also von Anfang März bis Anfang April. Wir hatten total schönes Wetter und Sonnenschein, aber es war nie zu heiss. Das Klima war auch ein Grund, warum wir zum Beispiel nicht nach Thailand gereist sind. Die frühlingshaften Temperaturen im Marokko waren sicher verträglicher für Feli als tropische Hitze.

Wie kamt Ihr denn mit dem Essen klar? War es schwierig, mit Baby das Richtige zu finden?

Am Anfang hatten wir noch dem Spruch: „Cook ist, peel it, boil it or leave it!“.

Am ersten Abend habe ich den typischen Salade Marocaine mit Tomaten, Gurken und Zwiebeln, den es zu jedem Gericht gibt noch weggelassen, aber ich konnte schon bald nicht mehr widerstehen. Karsten hat sich einmal für einen Tag den Magen verdorben, weil er unbedingt ein Lammgericht an einer Tankstelle probieren wollte. Auch deshalb haben wir bis auf wenige Ausnahmen in unseren Unterkünften gegessen.

Feli wurde zu der Zeit noch gestillt, aber sie hat auch hin und wieder von uns gekostet. Und in den großen Städten gibt es in den Supermärkten auch Babyglässchen mit denen wir uns eingedeckt haben.

P

Was muss in die Reisetasche wenn man mit Kleinkind nach Marokko reist?

Auf jeden Fall eine Babytrage oder besser noch eine Kraxe. Mit Kinderwagen wären wir vor allem in den Städten niemals durch das Gewusel gekommen. Feli saß meistens gut geschützt in der Kraxe auf Karstens Rücken. Karsten ist mit seinen 1,90 Meter größer als der durchschnittliche Marokkaner und Feli konnte von dort oben alles wunderbar überblicken.

P

Ein Babyreisebett hingegen hatten wir nicht dabei. Feli hat bei uns im Bett geschlafen, was genau richtig war. Die Tage sind ja schon sehr aufregend und es gibt so viele neue Eindrücke für das Kind. Ich hatte das Gefühl, dass es Feli sehr gut getan hat, nachts beim Kuscheln ihre Batterien wieder aufzuladen.

Wenn man noch keine hat ist so eine Reise ein guter Grund, sich eine gute Kamera zuzulegen.

Würdet ihr im Rückblick etwas anders machen?

Nein, absolut nichts.

Vielen Dank für das Interview!


Mehr Interviews