Kärnten, here we come

Paul, Martina und Ella waren schon wieder campen.
Diesmal gleich ums Eck, in Österreich. Denn: warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!

Martina, vorletztes Jahr wart ihr auf Sardinien campen, 2014 zog es euch nach Kärnten, wieder auf einen Campingplatz. Ist bei Euch das Campingfieber ausgebrochen?

Ja, könnte man so sagen. Sardinien war einfach so toll, wir wollten unbedingt wieder zelten. Nach unserem diesjährigen Urlaub in Kärnten wollten wir dann auch eine eigene Ausrüstung und vor allem ein großes Zelt. Noch haben wir uns keines gekauft, aber der Plan steht.

Wie seid ihr auf Kärnten gekommen?

Pauls Schwester lebt in Wien. Sie hat uns gefragt, ob wir zusammen mit ihr und ihrer Tochter in Österreich Urlaub machen wollen. Die Beiden hatten sich schon einen Campingplatz in Österreich ausgesucht. Leider hat das mit den gemeinsamen Tagen dort nicht geklappt, weil unsere Urlaube nicht zu vereinen waren. Aber der Tipp war toll, wir haben Bilder im Netz gesehen und für uns war klar, dass wir da hin fahren.

Wie lange fährt man von Berlin nach Kärnten?

Wir sind nach Wien geflogen und haben uns dort die gesammte Ausrüstung von Pauls Schwester geliehen. Bus mit zwei Zelten, Luftmatratzen, Schlafsäcken, Kocher & Kochutensilien, Spielzeug, einfach alles. Das war super praktisch. Wir mussten in Berlin nur unsere Klamotten einpacken. Vor der Abfahrt nach Kärnten waren wir noch drei Tage in Wien um alles startklar zu machen und dann sind wir nach Kärnten getuckert.

Wir hatten Glück: fast nur  Sonnenschein!

Wie ist der Campingplatz?

Der Campingplatz Anderwald ist echt eine Perle. Der Platz ist seit über 60 Jahren familiengeführt, alles ist sehr entspannt und persönlich, das merkt man schon bei der Reservierung am Telefon. Schon da kommt man in Urlaubsstimmung und fühlt sich willkommen.

Bei Ankunft wurden wir von Hannes Anderwald persönlich herumgeführt, er hat uns alles gezeigt und wir konnten uns einen Platz aussuchen. Die Stellplätze sind keine streng abgetrennten Parzellen, sondern man stellt sich mehr oder weniger, wie´s passt. Der ganze Platz liegt in einem kleinen Fichtenwald, der bis ans Ufer des Sees reicht.

Am Ufer erwartet Dich dann Sandstrand und unglaubliches, türkises Wasser in Trinkqualität. Im Hintergrund die Berge. Schöner geht’s kaum.

Das hört sich super an. Wie habt ihr eure Zeit verbracht?

Paul und ich haben uns vor dem Urlaub fest vorgenommen, wieder mehr Sport zu treiben. Für dieses Vorhaben hätte es keinen besseren Ort geben können. Der Campingplatz ist ja – jenseits des anliegenden Dorfes – umgeben von herrlichster Natur. Am Eingang des Campingplatzes überquert man die Dorfstrasse und schon ist man auf einem herrlichen Fitness- bzw. Wanderpfad im Wald. Super ausgeschilderte Wege führen durch das Wald- und Moorgebiet, vorbei an Flußläufen mit glasklarem Bergwasser. Alles blüht und es ist saftig und grün. Nicht so ausgetrocknet wie im Süden. Das ist mal was ganz anderes.

 
 

Auf dem Campingplatz werden auch noch viele andere Aktivitäten angeboten. Man darf sich jetzt aber nicht so einen Animationswahnsinn wie in einem Club auf Ibiza vorstellen. Das läuft da so angenehm unaufgeregt, man merkt es erstmal gar nicht. Für jedes Interesse aber auch jedes sportliche Level gibt es Angebote. Am Haupthaus stehen bunte Informationstafeln, mit den Aktivitäten für die nächsten Tage: Klettern, Yoga, Mountainbiketouren, Schwimmtraining, Inselschwimmen, Klettersteigen, Laufen, Erlebnistouren und vieles mehr. Das Programm wird von richtigen Sportlern/ Wanderführern aus der Umgebung betreut. Ich war morgens oft beim Yoga am Strand während Paul im Wald joggen war.

Gibt es auf dem Campingplatz auch besondere Angebote für Kinder?

Der Campingplatz ist ein Paradies für Kids. Allein schon, weil so viele Kinder da sind. Und alle sind den ganzen Tag draussen, da lernt man sich total schnell kennen.

Das Kinderprogramm ist so umfangreich, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei der Villa Kunterbunt: ein von Erziehern oder Studenten betreuter Indoorbereich, nur für Kinder und Jugendliche. Sechs Tage in der Woche ist von mittags bis abends Programm und die Kids können kommen und gehen, wann sie wollen.
Es wird gebastelt, getanzt, geturnt, gemalt und es werden verschiedene Veranstaltungen organisiert. Dann gibt es noch ein organisiertes Sportprogramm, wöchentliches Kasperltheater, Bergprogramm und Disco für die Älteren. Und natürlich einen Spielplatz.

Auch nicht unwichtig auf einem Campingplatz sind die sanitären Anlagen…

Die sanitären Anlagen sind einwandfrei. Im Haupthaus gibt es sogar Kinderbereiche mit Wickeltisch, Kindertoiletten und -Duschen. Und natürlich gibt es für Erwachsene Einzelwaschräume. Außerdem gibt es Waschräume mit Waschmaschinen und Trockner.

Wie viel früher sollte man buchen? Und war der Platz sehr voll?

Wir haben Ende März gebucht und sind Anfang August gekommen. Im August ist es schon sehr voll, aber das ist ja überall so. Bei der Buchung gibt man nur an, wann man kommt und mit welcher Ausrüstung. Man kann keinen bestimmten Platz reservieren und man sagt auch nur, wie lang man ungefähr vorhat zu bleiben. Das ist nicht jedermanns Sache, aber für uns war genau das so sympatisch. Keine Platzreservierung á la Mallorca. Kein Stress. Jeder macht so dahin. Lais­sez faire, lais­sez pas­ser!

Gibt es etwas zu beachten?

Das Wetter ist in Kärnten ganz schön launisch und mit dem Wetter in Südeuropa klarerweise nicht zu vergleichen. Es regnet öfter und heftiger, Regenkleidung sollte man auch im Hochsommer dabei haben. Wir hatten Glück: 12 Tage Sonnenschein und erst bei Abreise wurde das Wetter schlechter.

Habt ihr Tipps wenn mal kein Badewetter ist?

Wir haben uns vor Abreise ein paar alternative Ausflugsmöglichkeiten notiert für den Fall, dass das Wetter mal nicht so gut ist, oder wir etwas anderes als Baden wollten. Bei Regen wären wir wohl zuerst in das Warmbad Villach, davon haben wir viel gelesen, das soll eine tolle Therme sein.

Ansonsten ist auf dem Campinplatz ein kleines Büro, da kann man selbst in den vielen Prospekten und Angeboten stöbern oder man lässt sich von den Anderwalds selbst beraten.

 
 

Was hat Dir besonders gut gefallen?

Wie schon gesagt ist das Klima ja wirklich ein anderes, als wir es von unseren letzten Reisen gewohnt waren. Tagsüber hatte es schon mal 30 C°, die Nächte hingegen sind wirklich  frisch. Schon am Abend verträgt man gut mal Jogginghose und Pullover. In der Nacht waren wir in dicke Schlafsäcke und warme Decken gehüllt. Zum Glück waren wir gut ausgerüstet.

Morgens lagen wir das also in unseren kuscheligen Schlafsäcken, und die Luft um uns herum war eiskalt. Dieses Gefühl, in dieser frischen, knackigen Luft aufzuwachen und zum Yoga am Strand zu gehen fand ich so belebend, das hat mich richtig happy gemacht. Sardinien war auch toll, aber dort bin ich nachts ständig aufgewacht, weils so heiß war. Schon am morgen war ich wegen der Hitze total müde. In Kärnten habe ich mich so fit und gesund gefühlt.

Nach dem Sport haben wir dann frische Brötchen geholt – der Bäcker am Platz ist hervorragend – und vor dem Zelt gefrühstückt. Zu dieser Zeit kam dann auch die Sonne raus und hat uns langsam wieder aufgewärmt. Witzig, dass mich diese Nähe zur Natur wieder so begeistert…

Einmal hatten wir nachts Gewitter, so etwas habe ich das letzte Mal mit fünfzehn in Dänemark erlebt. Es war so laut und ich dachte immer: wenn der Regen jetzt noch stärker wird, schwimmen wir samt Zelt davon. Und es kam immer mehr Regen. Irgendwie war das aber auch spannend, ein Gewitter mal wieder so unmittelbar zu erleben.

Gefunden: Luftaufnahme Faaker See

Gab es etwas, dass Dir nicht so gut gefallen hat?

Die Umgebung ist wie gesagt toll, die Natur ist unbeschreiblich schön. Direkt neben dem Campingplatz Anderwald, liegt allerdings ein anderer Campingplatz, vor dessen Toren ein rießengroßes Festzelt aufgebaut ist. Soweit ich weiß nennt sich das Arneitz Arena. Es finden dort oktoberfestähnliche Feste statt (von Kiss-Cover Bands bis Elvis-Imitatoren) und auch alles andere erinnert an eine Mischung aus Las Vegas und Wiesn. Ich war schockiert, dass man so etwas an einen so schönen Ort bauen bzw. aufstellen darf. Ich war lange wirklich empört, weil das den Ort so verschandelt.

Und auf eine andere Sache wollte ich noch hinweisen: im Sommer findet rund um den Faaker See die Bikeweek statt. Das ist eine riesiges Harley Fest, alles ist voll mit Motorrädern und Rockern. Einfach mal Bikeweek/ Faaker See googeln, dann bekommt man einen sehr guten Einblick, was in dieser Woche dort los ist.


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