(High) five in Dänemark

Caro und Flo haben im April 2015 Nachwachs bekommen und sind seitdem zu fünft. Der kleine Timi war gerade einmal 4 Monate alt, als alle mit dem Auto in den Urlaub gefahren sind. Ein Reisebericht über Dänemark und die entspannteste Familie, die ich kenne.

Liebe Caro, lieber Flo, obwohl ich nur ein Kind habe und wir als Familie schon viel gereist sind, verlaufen die letzten Tage vor Abreise oft anstrengend und chaotisch. Zumindest ein Vorurlaubsstreit ist vorprogrammiert. Wie sehen die Vorbereitungen für einen Urlaub mit drei kleinen Kindern aus?

Flo: Wir sind mittlerweile ziemlich routiniert, wobei wir versuchen, uns frühzeitig um alles zu kümmern, damit es am Ende nicht so stressig wird. Ich habe außerdem das Gefühl, dass es nicht sehr viel Unterschied macht, ob man mit zwei oder mit drei Kindern eine Reise plant.

Da Timi ja noch nicht in die Kita geht, passiert es uns schon, dass ich vom Büro aus bestimmte Dinge erledige (Reiseorganisation, Tickets, Navi, Auto, Kamera, Besorgungen) und Caro viele der Aufgaben zu Hause übernimmt. Aber eigentlich haben wir keine klassische Aufteilung.

Das hört sich entspannt an. Es kommt also gar nicht zum Streit?

Caro: Doch, wir habe natürlich auch unsere Streitthemen. Aber es geht selten um die Verteilung der Aufgaben. Manchmal haben wir einfach sehr unterschiedliche Prioritäten und das führt schon mal zum Streit. Aber spätestens wenn wir los fahren,  ist alles wieder okay.

Flo: Es sei denn, ich verfahre mich…

Wie seid ihr auf das Urlaubsziel Dänemark gekommen?

Flo: Wir waren schon zwei Mal in Dänemark und beide Male war es echt super. Die Anreise ist so unkompliziert, und dort ist alles so natürlich, das mag ich total gerne. Beruflich reise ich viel, deswegen bin ich beim Familienurlaub froh, wenns mal nicht so weit ist und wir einfach losfahren können.

Caro: Die Anreise ist wirklich easy, was mit drei Kindern – besonders mit einem ganz Kleinen – schon wichtig ist. Von Berlin aus fährt man zwei Stunden mit dem Auto nach Rostock, dann zwei Stunden mit der Fähre und dann noch einmal zwei Stunden mit dem Auto. Auf der Fähre können die Kinder herumlaufen, etwas essen und spielen. Nach der Fähre ist es dann auch kein Problem, noch einmal zwei Stunden Auto zu fahren. Viel länger hätte ich aber auch nicht ausgehalten, denn ich saß eingeklemmt zwischen zwei Kindersitzen auf dem Rücksitz.

Flo: Neben der unkomplizierten Anreise war uns außerdem wichtig, dass wir ein schönes Haus für uns alleine haben, am besten mit Garten, wo die Kinder auch mal alleine spielen können. Der Strand sollte in Fußnähe sein und wegen Timi wollten wir nicht zu hohe Temperaturen. Last but not least: wir wollten keinen Massentourismus und etwas für´s Auge.

Apropos schönes Haus, wie seid ihr an euer Ferienhaus gekommen?

Caro: Das habe ich bei Airbnb gefunden. Zuerst habe ich mich auf den typisch dänischen Ferienhausportalen recherchiert, Cofmann, DanCenter etc.. Das hat irgendwie nicht funktioniert. Airbnb empfand ich als viel persönlicher und frischer, man bekommt generell einen besseren Eindruck von der Unterkunft und der Umgebung. Schön fand ich auch, etwas über die Familie zu erfahren, der das Haus gehört.

Flo: Viele der vermieteten Ferienhäusern an unserem Ferienort sind Wochenendhäuser von Familien aus Kopenhagen und oft sind die Grundstücke seit Generationen in Familienbesitz. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Ferienhaussiedlungen, die nur von Touristen bewohnt werden. Die Häuschen sind toll ausgestattet und top in Schuß, oft gibt es einen großen Garten und wir hatten sogar jede Menge Spielzeug, weil die Vermieter selbst Kinder haben. Außerdem stand im Garten ein großes Trampolin und es waren nur ein paar hundert Meter zum Strand.

Klar, auch bei dänischen Airbnb-Häusern gibt es welche, die nicht so besonders sind. Aber die Wahrscheinlichkeit, in Dänemark eine richtig schöne Unterkunft zu finden, ist sehr hoch. Besonders im Urlaub ist das für uns ein Thema. Wir fühlen uns wohler und können besser entspannen, wenn uns die Einrichtung gefällt, wir uns nicht ekeln oder das Gefühl haben, in einem unpersönlichen Möbelhaus gelandet zu sein.

Der Strand ist natürlich und wild, das Meer ist super sauber und man hat auch zur Hauptsaison nie das Gefühl, dass zu viele Touristen da sind.

Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal in der Hauptreisezeit da, Deutschland und Dänemark hatten gerade Ferienzeit. Trotzdem waren wir zu manchen Tageszeiten ganz allein am Strand.

Erzählt uns bitte noch ein bisschen mehr von dem Ort und dem Strand!

Flo: Rågeleje ist ein altes Fischerdorf und liegt ganz im Norden der Insel Seenland. Das Dorf liegt direkt am Meer, ist umgeben von Naturschutzgebieten und ist genau so, wie man es von den schönsten Dänemark Fotos kennt: Die Küsten sind vollkommen unverbaut, direkt am Strand gibt es keine Häuser, geschweige denn Hotels. Weiter hinten schmiegen sich dann die süßen bunten Häuschen ganz natürlich zwischen die Dünen. Kleine Wege führen von dort zum Strand.

Was macht man, wenn mal kein Strandwetter ist?

Kopenhagen ist nur eine Autostunde entfernt, für einen Tagesausflug also perfekt. Dort kann man mit den Kindern viele tolle Sachen machen. Auf jeden Fall sollte man ins Louisiana, Museum für Moderne Kunst. Da gehen wir immer hin, wenn wir in Dänemark sind, denn das Museum ist in vielerlei Sicht ein ganz besonderer Ort. Zum einen liegt es direkt am Meer und die Architektur ist umwerfend. Zum anderen sind die Ausstellungen toll, nicht nur für uns Erwachsene. Das Louisana hat nämlich auch eine Kinderwerksatt in der – angelehnt an die aktuelle Austellung – den Kindern ein super Programm geboten wird.

Es ist aber auch schön, einfach mal für ein paar Stunden in den nächstgrößeren Ort zu fahren, ein bisschen im Städtchen herum zu laufen, Eis zu essen und Kaffee zu trinken. Oder man fährt in das nahegelegene Naturschutzgebiet zum Spazierengehen und Erkunden. Der Trödelmarkt in Tisvilde ist auch ein toller Tipp: zwischen Juni und Semptember findet der jeden Samstag statt. Auf einer großen Wiese verkaufen die Einheimischen Altes und Neues.

Diesmal waren wir aber gar nicht so viel unterwegs, das Wetter war gut und wir haben die erste Auszeit zu fünft sehr genossen.

War der Urlaub sehr teuer?

Flo: Es ist auf jeden Fall teurer als in Deutschland. Ein Eis kostet gerne mal 5 Euro. Deswegen waren wir auch nicht so oft essen und haben uns meistens selbst versorgt. Wenn man sich dann noch ein paar teure Basics von zu Hause mitbringt  (Olivenöl, Aufstriche, Rotwein etc.), ist das preislich wirklich vertretbar. Ansonsten haben wir fast kein Geld ausgegeben, weil wir die meiste Zeit am Strand oder im Häuschen waren.

Nervt es euch nicht, dass ihr vor Ort viele der Dinge, die ihr zu Hause macht, dort auch machen müsst, also kochen, abspülen, aufräumen usw.?

Caro: Nein, das nervt mich gar nicht, weil es so anders ist. Ich fahre da so gerne hin, weil ich wirklich runter komme. An diesem Ort gibt es für mich so wenig Impulse, deshalb komme ich wirklich zur Ruhe. Allein schon die Geräusche sind so anders, gerade wenn man aus der Großstadt kommt. Ich entspanne sofort und habe für alles auch viel mehr Geduld. Und wenn dann auch noch die Kinder happy sind und im Garten herum springen, habe ich auch die nötige Ruhe und Lust, etwas Leckeres zu kochen.

Flo: Ich glaube, das ist ein entscheidender Faktor. Wenn die Kinder sich so wohl fühlen, entspannt man sich selbst auch sehr schnell. Und natürlich gibt es keinen Alltagsstress.
Bei uns war es dieses Mal sogar so, dass wir vorab gar nichts geplant haben, wir wollten gar nicht so viel unternehmen, sondern einfach dort zusammen sein. Alles andere ergab sich dann. Einfach so in den Tag hinein leben, das können wir ja zu Hause fast nie. Für uns war das super.

Ist die nächste Reise schon geplant?

Caro: Wir überlegen gerade, ob wir mit den Kindern diesen Winter noch einmal in den Skiurlaub fahren. Das hängt ein bisschen davon ab, ob Flos Mama mitkommen kann.

Flo: Grundsätzlich denken wir jetzt mit drei Kindern wieder mehr darüber nach, einen Campingbus zu kaufen. Ich habe ja schon erzählt, dass ich arbeitsbedingt schon viel gereist bin. Mich zieht es gerade nicht so in die große, weite Welt, ich kann mir gut vorstellen, mehr in Europa unterwegs zu sein, ohne zu fliegen. Es gibt so viel Orte, die ich gar nicht kenne, den Balkan zum Beispiel.

Caro: Ich kann mir das auch gut vorstellen, das ist so abenteuerlich und mit den Kindern bestimmt toll. Ich fand es als Kind auch sehr spannend zu sehen, wie sich auf der Reise die Umgebung verändert hat. Das hat man ja beim Fliegen leider nicht mehr. Der Weg wird zur Reise, da hätte ich wirklich Lust drauf! Das würde ich auch gerne meinen Kindern mitgeben.

Vielen Dank für das nette Interview und für den schönen Abend bei euch!

Tipps

UNTERKÜNFTE

Viele tolle Unterkünfte gibts bei Airbnb

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Fahrräder mitnehmen oder ausleihen / Geld sparen: teure Nahrungsbasics von zu Hause mitbringen /nach Unterkünften suchen, wo die Vermieter selbst Kinder haben, dann sind meistens Spielsachen vor Ort / Allgemeine Infos


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