Emma zeigt uns ihre Insel

Ich kenne Emma aus den wilden Zeiten in Berlin, heute lebt Sie etwas ruhiger auf Island, der Heimat ihres Vaters. Was Emma an Island so fasziniert, erzählt sie uns im Interview.

Emma, welche Umstände haben dazu geführt, dass Du Berlin den Rücken gekehrt hast?

Ich war viele Jahre in Berlin und habe die Stadt und ihren hedonistischen Lebensstil geliebt. Irgendwann sehnte ich mich aber nach einer Veränderung in meinem Leben. Die kam leider sehr unerwartet und plötzlich, als meine Mutter schwer erkrankte. Meine Eltern waren den Sommer zuvor nach Island gezogen, in die Heimat meines Vaters. Natürlich sind meine Schwester und ich so oft wie möglich nach Island geflogen, um bei meiner Mutter zu sein. Dann ging es ihr auch immer gut, doch sobald wir wieder weg waren, verschlechterte sich ihr Zustand wieder. Irgendwann im September 2013 bin ich dann nach ganz nach Island gezogen, um bei ihr zu sein.

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Ich habe mich immer glücklich gefühlt auf Island. Jeden Sommer meines Lebens habe ich dort verbracht und besonders in den letzten Jahren in Berlin war dies ein Ort des Rückzugs zur Natur, an dem ich Kraft tankte und meine Balance wieder fand. So geht es mir immer noch und ich bin jeden Tag dankbar hier leben zu können, umgeben von der wunderbaren Weite und Wildheit der Berge und des Meeres.

Deinen oft atemberaubenden Bildern in den sozialen Netzwerken zu urteilen, bist du mit Deiner fast einjährigen Tochter Elva Klara viel in der Natur unterwegs und kennst Dich sehr gut in Reykjavik und der Umgebung aus. Was gefällt dir an Island am besten?

Danke, für das Kompliment! Ich bin ein echter Spätzünder was Fotografie betrifft, hatte immer nur schrottige Kameras und daher leider selten die Möglichkeit zum Bilder machen. Seit kurzem habe ich mir ein Smartphone zugelegt, vor allem weil ich Elvas Leben gerne in Bildern festhalten wollte, und es macht mir total Spaß die vielen schönen Momente und Eindrücke einzufangen und mit meinen Freunden in Deutschland und überall zu teilen.

In Island liegt die atemberaubende Natur, anders als in Berlin, oftmals schon direkt vor der Haustür und ich gehe oft mit Elva spazieren. Jetzt im Sommer waren wir auch campen, was super war. Besser kann man die Schönheit Islands gar nicht erleben, als down-to-earth!

Es gibt so unglaublich schöne Orte auf Island, doch für mich war immer auch die Energie der Insel wesentlich.

Island ist sehr jung im Vergleich zu Europa und vulkanisch sehr aktiv, da die Insel genau auf der Schnittstelle der europäischen und amerikanischen Kontinentalspalten liegt. Die Landschaft ist so wunderbar weit und frei, man sieht Lavafelder, Berge und Gletscher. Viele reisen hierher und meinen, alle Sehenswürdigkeiten und Naturschauplätze abhaken zu müssen, indem sie einmal um die Insel fahren. Das ist aber nicht notwendig, um einen unvergesslichen Islandurlaub zu haben. Reykjavik ist ein guter Startpunkt, um von dort aus den Süden und den Westen in Tagestouren zu entdecken. Hier gibt es etliche Highlights. Noch schöner ist ein Sommerhaus außerhalb der Stadt, vor allem mit Kindern.

Welche Jahreszeit würdest Du für eine Reise nach Reykjavik empfehlen?

Im Grunde ist jede Jahreszeit schön, vor allem wenn man sich auf Reykjavik und Umgebung konzentriert. Im Winter sind die Straßenverhältnisse auf dem Land durch Schnee und Stürme manchmal schwierig, daher ist die Hauptsaison für Islandreisen zwischen Mai und September. Der Winter liegt aber immer mehr Trend, vor allem wegen der Nordlichter.

Was sind Deine Lieblingsorte?

Mein Lieblingsort in der Stadt ist das KEX Hostel, wo zelebrierte Lässigkeit sich mit Detailverliebtheit für schräge, schöne Dinge paart. Die Küche wird von dem renommierten Restaurant Dill nebenbei geführt, man bekommt hier also geschmacklich alles andere als Herbergskost, auch wenn die Speisekarte bodenständig bleibt. Hier gibt es laufend coole Konzerte von großartigen isländischen Musikern oder so schöne Veranstaltungen wie den Tweed Ride Reykjavik.

Wenn ich vom Alltag mal runterkommen muss, fahre ich immer zum Leuchtturm auf Seltjarnanes raus, der nur einen Katzensprung von der Stadtmitte entfernt liegt. Dort ist ein wunderschöner, schwarzer Strand und eine kleine Halbinsel, die bei Flut vom Festland abgeschnitten ist. Der Blick geht über das Meer, die Stadt und den majestätischen Hausberg Esja. Im Sommer gibt es hier die besten Sonnenuntergänge und im Winter häufig tolle Nordlichtspektakel. Ich liebe diesen Ort des Friedens… ein paar hartgesottene Surfer übrigens auch, vor allem im Winter, wenn die Wellen höher gehen.

Ein absolutes Must sind die Schwimmbäder, wovon in Reykjavik eine ganze Reihe zur Auswahl stehen. Es sind, bis auf eines, alles Freibäder, die von Geothermalenergie das ganze Jahr über beheizt werden und in der Regel 2-3 Hot Pots zum Aufwärmen haben. Die Hot Pots sind das soziale Zentrum der Stadt und ideal, um Isländer ungezwungen kennenzulernen. Nur schamhaft darf man nicht sein, denn in den Duschen muss man sich vorher unbekleidet am ganzen Körper waschen. Meine Lieblingsbäder sind das Vesturbæjarlaug, wegen der schönen Menschen, Árbæjarlaug, weil es super für Kinder jeden Alters ist und das Seltjarnaneslaug, weil man dort in Meerwasser schwimmt.

Liebe Emma, vielen Dank für das Interview!

Tipps

ESSEN

Kex Hostel

ÜBERNACHTEN

Kex Hostel / Tolle Campingplätze: Skaftafell Nationalpark / Myvatn / Básar in der Þórsmörk/ noch mehr Camping hier und hier / Bungalows findet man hier und hier


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