Cuba Particular

Der zweite Teil unserer Kuba Reisegeschichte führt uns Richtung Osten, nach Baracoa. Für Daniel und Julia der schönste Teil der Reise.

Ihr wart auf eurer Reise in mehr als 11 Unterkünften und noch mehr Orten. Erzählt uns von den Schönsten!

Schon bei unseren Vorbereitungen haben wir von Baracoa gehört, dem schönen aber sehr abgelegenen Ostende Kubas. Wir wussten nicht, ob wir es mit den Kids so weit schaffen würden, das sind ja doch ganz schön viele Kilometer. Aber irgendwie wollten wir da beide hin. Da bis zu diesem Zeitpunkt aber alles so gut geklappt hat, entschieden wir uns, die eher schwierige Strecke über Moa nach Baracoa zu fahren.

Schwierig deshalb, weil diese Strassen teilweise nicht geteert ist und überall Schlaglöcher sind. Mit einem normalen Auto ist die Strecke kaum zu meistern. Also entschieden wir uns für die schnellere Variante: einen Jeep. Der war leider alt, klapprig und laut und nicht gut gefedert, und wir wurden über zwei Stunden extrem durchgeschüttelt. Aber gleichzeitig wurden wir schon auf der Fahrt für die Mühen belohnt. An uns zog die schönste Landschaft vorbei, die man sich nur vorstellen kann: üppiger Regenwald, Palmenwälder, Kokussnuss-, Kaffee- und Kakaoplantagen.

„Die Natur ist einfach atemberaubend.  Wir waren z.B. im Yumuri Fluss baden, im Regenwald wandern und haben die schönsten Strände des Urlaubs entdeckt.“

Noch vor Baracoa haben wir einen Zwischenstopp eingelegt. 5 Nächte haben wir uns direkt am Meer an einem wunderbaren kleinen Strand im Hotel Villa Maguana geschlafen. Man konnte sozusagen vom Bett auf dem Sandstrand fallen. Direkt hinter dem Strand beginnen die eindrucksvollen hohen Urwald-Berge. Ein toller Ort.

Nach fünf Tagen ging es weiter nach Baracoa. Baracoa selbst ist im Vergleich zu den anderen Städten sehr einfach. Das Stadtbild ist geprägt von einstöckigen Häusern, die zum Teil auch etwas heruntergekommen sind. Die aber mit ihrer Holzbauweise und den bunten Farben auf jeden Fall ihren Reiz haben.

Leider fehlt es bisher im ganzen Osten Kubas an Privatunterkünften in der Natur oder am Strand. Das war etwas schade, denn am liebsten würde man natürlich mitten in dieser paradiesischen Natur übernachten.

Wir haben trotzdem eine tolle Unterkunft in der Stadt gefunden: “Pension Dona Neyda”. Die Besitzer haben alles organisiert: vom Taxifahrer bis zum Geburtstagskuchen für Zora auf der Dachterasse.

Was für uns aber den echten Reiz von Baracoa ausgemacht hat, war die Umgebung. Die Natur ist einfach atemberaubend. Wir waren z.B. im Yumuri Fluss baden, im Regenwald wandern und haben die schönsten Strände des Urlaubs entdeckt. Dazu genossen die verschiedenen Kokosnüsse und vor allem die leckere Schokolade Baracoas, die einem immer am Wegrand angeboten wird.

Faszinierend: Der kleinste Frosch der Welt lebt auf Kuba, in der  Provinz Holguín

Zurück in Havanna hattet ihr noch ein paar Tage. Was habt ihr noch gemacht?

Julia: In Havanna suchten wir uns dieses Mal eine Unterkunft in Vedado, in unserem Lieblingsviertel.
Nach 4 Wochen Abenteuer genossen wir nun 5 Tage das Stadtleben. Wir besuchten tolle Museen, aßen Pizza beim Italiener und trafen uns mit neuen Bekannten.
Dann verabschiedeten wir uns noch einmal von Havanna und fuhren nach Varadero. Varadero liegt 120 km östlich von Haanna auf einer Halbinsel. Es ist sehr touristisch da; es gibt viele Unterkünfte und All Inclusive-Hotels. Allerdings auch wunderschöne lange Strände, ideal zum Baden mit Kindern.
Wir fanden ein tolles Privathaus direkt am Strand, bewegten uns die letzten 5 Tage nicht vom Fleck und erholten uns nochmal von der aufregenden Reise.

Die kubanische Küche ist eine Fusion aus spanischer, afrikanischer und karibischer Küche. Was gabs bei euch und hat´s geschmeckt?

Daniel: Das Essen war wirklich super. Bei den Familien gibt es oft Fisch, Scampis, Huhn, Schwein und manchmal auch Lobster mit Reis und Gemüse oder Salat. Die Gerichte werden mit Zwiebel, Knoblauch, Kokosnuss (v.a. in Baracoa) oder Zitrone zubereitet, sehr lecker!

Julia: In den Restaurants ist das leider nicht immer so. Klar, es gibt auch gute Restaurants aber unsere Erfahrung war, dass man in den Privatunterkünften am Besten isst.

Und Oskar und Zora? Hat´s ihnen auch geschmeckt?

Julia: Auf Kuba haben die Familien extra für Zora gekocht. Es gibt dort ein Gemüse —ähnlich einer Kartoffel — das Malanga heißt. Und eine Wurzelknolle namens Yuca. Das ist ein typisches Kindergemüse aus dem dann ein Brei gemacht wird. Manchmal gab es auch Brei aus gekochten Bananen oder Süßkartoffeln. Zora hat das von Anfang an gemocht.

Welche Momente bzw. Orte waren die schönsten in euerem Urlaub? Und habt ihr noch Tipps bzw. wollt ihr noch etwas empfehlen?

Julia: Havanna und die Natur um Baracoa. Die Wanderung entlang des Yumuri Flusses war einzigartig: große Schlucht, das klare Wasser, Vögelgezwitscher, keine Menschenseele und nur unser Echo zu hören.

Daniel: Für mich war es auch die Gegend um Baracoa. Die Natur dort ist einfach so spannend und gleichzeitig ist alles so friedlich und ungefährlich. Es ist irgendwie wie im Backyard von jemandem, weil man sich so aufgehoben fühlt. Aber man steht irgendwo in einer Schlucht und ist ganz allein.

Wer die kubanische Kultur und die Menschen wirklich erfahren will, sollte in Casas und nicht in Hotels übernachten. Und Baracoa sollte man besuchen!

Vielen Dank für das Interview und die tollen Fotos!

 
 
 
 
 
 

Tipps

LESEN

Geo Magazin Kuba / Lonely Planet 2014 / Broschüre „Cuba verstehen“ / Reiseführer „Vis a Vis“ / Roman von Zoe Valdes „Das tägliche Nichts“

SONSTIGES

Kunstszene Havanna Havana’s Changing Art Scene


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