Cuba Particular

Julia, Daniel und ihre zwei Kinder Oskar und Zora sind 6 Wochen auf Kuba herum gereist. Sie haben unter anderem den kleinsten Frosch der Welt gesehen.

Liebe Julia, lieber Daniel, im Winter 2014 seid ihr für 6 Wochen nach Kuba gereist. Welche Reiseziele waren in der engeren Auswahl und warum habt ihr euch letztlich für Kuba entschlossen?

Julia: In der letzten engeren Auswahl standen neben Kuba sowohl Indien als auch Thailand. In Indien waren zur gleichen Zeit Freunde mit Kindern von uns, deshalb hat es sich natürlich angeboten, auch dorthin zu fliegen. Aber irgendwie konnte wir uns beide nicht richtig für Indien begeistern. Zora fing gerade erst an zu krabbeln…

Thailand ist natürlich der Klassiker. Die Menschen sind kinderfreundlich, die Strände ein Traum…. Aber weil wir einen abwechslungreichen Urlaub wollten, wären wir auch gerne in den kulturell interessante Norden Thailands gefahren, aber dort gibt es Malaria wie auch in den Nachbarländern Laos und Kambodscha.

Schließlich schien Kuba alles, was wir wollten, zu vereinen: Sonne, Strand, Kultur, Abenteuer, keine tropischen Krankheiten und keine Kriminalität. Und der Flug ist nicht ganz so lang nach wie der Flug nach Asien.

Mit zwei kleinen Kindern ist man auf bestimmte Dinge angewiesen, zum Beispiel Windeln oder Babynahrung. In Kuba kann es durchaus mal sein, dass nicht alles zur Verfügung steht. Wie verliefen eure Vorbereitungen?

Daniel: Wir haben natürlich versucht, uns übers Internet zu informieren. Aber es ist wirklich schwierig, an aktuelle Informationen über das Warenangebot zu kommen. Zum Beispiel Windeln: an einem Tag gibt es welche, am nächsten Tag sind sie knapp. So ist das nun mal dort.

Julia: Da wir nicht wussten, ob wir Windeln und Babynahrung auf Kuba sofort bekommen, haben wir einfach eine extra Tasche mit Windelpackungen, ein paar Hippgläsern, Milchpulver und Milchbrei mitgenommen.

Ansonsten hatten wir noch paar Medikamente und eine Erste-Hilfe-Versorgung dabei. Die medizinische Versorgung ist zwar in der Regel gut auf Kuba, aber man weiss ja nie…

„Havanna ist eine unglaublich schöne Stadt, mit die schönste, die ich je gesehen habe. Ich bin ein großer Fan von Havanna geworden, sie gehört jetzt definitiv mit zu meinen Lieblingsstädten. „

 
 
 

Sind die Flüge teuer?

Julia: Nicht teurer als vergleichbare Strecken, wir haben allerdings viel zu spät und kurz vor Weihnachten gebucht und haben für uns alle ca. 700 € mehr als üblich bezahlt. Also rechtzeitig buchen!

Eure erste Unterkunft in Havanna habt ihr im Vorfeld gebucht. Erzählt uns ein bisschen von den ersten Tagen in Havanna.

Julia: Ja, die erste Unterkunft war eine süsse Privatunterkunft in der Altstadt, Casa Nora. Das war ein toller Ort zum Ankommen. Auf das Haus sind wir über Umwege gekommen: aus einem alten Geo Magazin hatten wir die Nummer eines Privathauses. Noch vor Abreise haben wir dort angerufen, wurden von der Dame aber weiter vermittelt, da ihre Unterkunft schon belegt war. Diese Art der privaten Weitervermittlung ist in Kuba sehr häufig und funktioniert ganz gut.

Richtig angekommen sind wir am zweiten Tag. Wir hatten das Glück, dass Freunde, die eine Reportage für ein deutsches Magazin machten, gerade auf Kuba waren. Sie lotsten uns an den Stadtstrand Playa del Este, wo sie mit kubanischen Musikern verabredet waren. Wir waren noch total müde und gejatlagt. Plötzlich saßen wir da an einem karibischen Strand und lauschten sehr guten und lustigen kubanischen Musikern, die extra für uns spielten. Gänsehaut!! Surreal und total schön war das!

Habt Ihr eure Unterkünfte selbst gesucht oder habt ihr die Weitervermittlung genutzt?

Daniel: Wenn die Leute nett waren und es in der Unterkunft schön war, haben wir den „Service“ der Weitervermittlung sehr gerne genutzt. Meistens wird man dann wieder an tolle Unterkünfte bzw. nette Leute vermittelt. Und das hat für mich den Urlaub sehr positiv beeinflusst.

Julia: Natürlich findet man auf Kuba auch ohne Vermittlung Unterkünfte. Die meisten Privatunterkünfte machen mit einem Schild mit blauem Anker auf sich aufmerksam. Man findet sie also sehr leicht. Trotzdem: auf eigene Faust suchen kann schnell mal ein paar Stunden des Tages kosten. Wir hatten auf Kuba auch keine Handys und mussten bei Bedarf eigentlich immer unsere Vermieter fragen. Allein was suchen geht also auch, aber die Vermittlungen funktionieren meistens besser und irgendwie ist das persönlicher, man kommt besser in Kontakt.

Ihr seid fast einmal über die ganze Insel gefahren, über 1000 Kilometer. Wie habt ihr euch fortbewegt?

Julia: Es gibt ein gutes Busnetz VIAZUL, klimatisierte Reisebusse für Touristen. Den Bus haben wir auch einmal genutzt, aber auf Dauer war´s für uns als Familie nicht so praktisch und am Ende auch gar nicht so preiswert. Wir haben uns ziemlich schnell für private Taxis entschieden.

Mietautos gibts natürlich auch auf Kuba, aber die sind ziemlich teuer, ca. 70 € am Tag, jedenfalls wenn man in Kuba bucht. Außerdem beraubt man sich der Möglichkeit, interessante Gespräche mit den Taxifahrern oder mit den Mitreisenden im Bus zu führen.

Kindersitze gibt´s übrigens keine, weder im Taxi noch für die Mietwagen. Kindersitze mitbringen lohnt sich auch nicht, denn die wenigsten Autos sind mit Gurten ausgestattet.

Von Havanna ging es zunächst Richtung Trinidad…

Julia: Genau. Auf dem Weg nach Trinidad machten wir für eine Nacht noch Halt in Cienfuegos. Von dort ging es direkt weiter nach Trinidad. In der Stadt haben wir in der “Casa Santana” gewohnt.

Die alte Kolonialstadt mit ihren labyrinthartigen Straßen ist sehr schön und auch die bergige Umgebung ist toll. Es lohnt sich, auf jeden Fall ein paar Tage hier zu bleiben. Mit den Kindern kann man z.B. mit einer Bimmelbahn einen Ausflug zu einer ehemaligen Kaffeeplantage unternehmen, oder auf Pferden oder Pferdekutschen die Umgebung erkunden.

Nach 5 Nächten in Trinidad zogen wir weiter. Allerdings nur ein paar Kilometer, nach La Boca in die Unterkunft “Casa Azaris e Maryelis” direkt am Meer. Dort ist es im vergleich zu Trinidad ruhig und sehr entspannt mit Kindern.

La Boca selber hat einen kleinen Stein-/Sandstrand an einer Flussmündung und ein paar Kilometer weiter östlich befindet sich ein malerischer großer Sandstrand namens Playa Ancon.

 
 
 

Zurück in Havanna hattet ihr noch ein paar Tage. Was habt ihr noch gemacht?

Julia: In Havanna suchten wir uns dieses Mal eine Unterkunft in Vedado, in unserem Lieblingsviertel.
Nach 4 Wochen Abenteuer genossen wir nun 5 Tage das Stadtleben. Wir besuchten tolle Museen, aßen Pizza beim Italiener und trafen uns mit neuen Bekannten.
Dann verabschiedeten wir uns noch einmal von Havanna und fuhren nach Varadero. Varadero liegt 120 km östlich von Haanna auf einer Halbinsel. Es ist sehr touristisch da; es gibt viele Unterkünfte und All Inclusive-Hotels. Allerdings auch wunderschöne lange Strände, ideal zum Baden mit Kindern.
Wir fanden ein tolles Privathaus direkt am Strand, bewegten uns die letzten 5 Tage nicht vom Fleck und erholten uns nochmal von der aufregenden Reise.

Tipps

LESEN

Geo Magazin Kuba / Lonely Planet 2014 / Broschüre „Cuba verstehen“ / Reiseführer „Vis a Vis“ / Roman von Zoe Valdes „Das tägliche Nichts“

SONSTIGES

Kunstszene Havanna Havana’s Changing Art Scene


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